Das Schweigen der Farben: Eine Welt ohne Fujifilm
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Das Schweigen
der Farben: Eine Welt ohne Fujifilm
Der gefrorene
Regenbogen
In dieser Welt blieben die Kirschblüten blass,
Ein schüchternes Weiß, ohne Seele, ohne Maß. Denn das Velvia-Grün, das
den Wald sonst entfacht, Wurde hier niemals aus Träumen gemacht. Die Tannen
stehen stumm in einem fahlen Grau, Kein tiefes Smaragd, kein leuchtendes Blau.
Der Himmel am Abend? Ein trauriges Beige, Kein feuriges Rot auf dem
herbstlichen Zweige.
Das Archiv der
Schatten
In den Dachböden stapeln sich Kisten aus Blei,
Darin schlafen Bilder, doch die Farbe ist frei— Geflohen aus Filmen, die es
niemals gab, Ein visuelles Echo, ein lautloses Grab. Niemand kennt Astia,
die Sanftheit der Haut, Niemand hat je auf ein Provia geschaut, Das die
Welt so klar und so scharf wiedergab, Dass man glaubte, man nähme den Schleier
herab.
Die verlorene
Magie des Augenblicks
Kein Klacken der Blende, kein mechanisches Lied,
Das den Moment aus dem Zeitstrom entzieht. Die X-Serie fehlt, dieser
haptische Gruß, Zwischen Hand und dem Auge ein ewiger Verdruss. Kein
Blendenring flüstert, kein Rad rastet ein, Die Fotografie blieb ein technischer
Schein, Ohne die Wärme, ohne das „Korn“, Die Welt wirkt wie ohne Geschichte
geborn’.
Das
Phantasia-Vakuum
Die Erinnerung flackert wie ein kaputtes Licht,
Denn das Classic Negative zeigt uns hier nicht, Wie die Kindheit sich
anfühlte—ein bisschen wie Gold, Ein bisschen wie Sehnsucht, die leise verrollt.
Die Schatten sind flach, ohne Tiefe und Mut, Es fehlt die Emulsion, das
chemische Blut, Das in dunklen Kammern das Wunder vollbringt Und das Licht in
silberne Fesseln verschlingt.
Epilog
In dieser Welt ohne Fujifilm-Glanz, Fehlt der
Realität der berauschende Tanz. Wir wandeln durch Räume aus sterilem Glas, Und
vergessen im Schatten, wie bunt einst alles war.
Doch dann—ein Funke! Ein Gedanke erwacht, Und
holt die Rezepte zurück aus der Nacht. Ein Hauch von Acros, ein Schimmer
von Teal, Und plötzlich bekommt das Dasein wieder Profil.
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