Welche Kameras werden bei den künftigen Mondmissionen der NASA dabei sein?
Welche
Kameras werden bei den künftigen Mondmissionen der NASA dabei sein?
Meta Title: NASA Mondmissionen: Diese
Kameras fliegen bei Artemis & CLPS zum Mond
Meta Description: Welche Kameras nimmt die NASA zu künftigen
Mondmissionen mit? Ein Überblick über Orion-Bordkameras, Nikon HULC für Artemis
III, SCALPSS und weitere Mondkameras.
URL-Slug: nasa-mondmissionen-kameras-artemis-clps
Welche Kameras
fliegen bei den kommenden NASA-Mondmissionen mit?
Die kurze Antwort: Bei den nächsten
NASA-Mondmissionen kommen ganz unterschiedliche Kameratypen zum Einsatz.
Bei den bemannten Artemis-Missionen sind das vor allem Bordkameras im
und am Orion-Raumschiff, spezielle Navigationskameras sowie ab Artemis III
eine neue Handheld Universal Lunar Camera (HULC) für Astronauten auf der
Mondoberfläche. Bei den unbemannten CLPS-Mondlandern setzt NASA
zusätzlich auf wissenschaftliche Kamerasysteme wie SCALPSS, die das
Verhalten des Mondstaubs beim Landeanflug dokumentieren.
Für Foto- und Raumfahrtfans ist das spannend,
weil NASA nicht nur „irgendwelche Kameras“ mitnimmt: Die Systeme erfüllen ganz
verschiedene Aufgaben. Manche dienen der Dokumentation, manche der Navigation,
andere wiederum sind echte Wissenschaftsinstrumente. Genau diese Mischung macht
die kommenden Mondflüge technisch so interessant.
1. Artemis II:
Welche Kameras sind beim ersten bemannten Mond-Vorbeiflug dabei?
Artemis II ist laut NASA der erste
bemannte Artemis-Flug und soll 2026 vier Astronauten auf einen rund
zehntägigen Flug um den Mond und zurück schicken. Dabei landet die Crew noch
nicht auf der Mondoberfläche, aber sie wird den Mond beobachten, fotografieren
und wissenschaftlich dokumentieren.
Für Artemis II ist das Orion Imagery
System besonders wichtig. Ein NASA-Dokument zur Bildtechnik von Orion nennt
für Artemis II unter anderem 4 Solar Array Wing Cameras, 3
kabineninterne Funkkameras, 3 externe kabelgebundene Kameras, 2
Kameras zur Überwachung der Crew-Gesundheit und 1 High-Speed-Kamera im
Forward Bay. Zusätzlich werden dort 2 Nikon D5 DSLR-Kameragehäuse, 1
Docking Camera (DCAM) und 1 Optical Navigation Camera (OpNav)
aufgeführt. Insgesamt spricht die Übersicht von 28 Kameras bzw. optischen Systemen,
die Orion bei Artemis II unterstützen.
Besonders interessant sind dabei drei
Kameragruppen:
Orion-Bordkameras
Diese Kameras liefern Bilder von Raumfahrzeug,
Solarpaneelen, Trennvorgängen und Flugereignissen. Schon bei Artemis I setzte
NASA auf umfangreiche Außen- und Innenkameras, um Aufstieg,
Solararray-Entfaltung, Inspektionen und den Blick auf Erde und Mond zu
dokumentieren. Für Artemis II wurde das System weiterentwickelt.
Docking Camera
(DCAM)
Die Docking Camera ist keine klassische
Reportagekamera, sondern ein optisches System für Annäherungs- und
Proximity-Operationen. In der Artemis-II-Unterlage wird sie als Teil der
Führung, Navigation und Steuerung beschrieben.
Optical
Navigation Camera (OpNav)
Die Optical Navigation Camera ist für die
Raumfahrt besonders wichtig, weil Orion damit Bilder von Erde und Mond
aufnehmen kann, um die eigene Position zu bestimmen. NASA schreibt, dass die
auf Orion montierte OpNav-Kamera während Korrekturmanövern wiederholt Bilder
von Erde und Mond aufnimmt; nach Artemis I wurde das System für künftige
Artemis-Missionen zertifiziert.
2. Artemis
III: Die Nikon HULC wird zur Mondkamera der Astronauten
Mit Artemis III will NASA nach aktuellem
Stand 2027 wieder Astronauten auf dem Mond landen. Für diese Mission ist
bereits offiziell bestätigt, dass eine neue tragbare Mondkamera zum Einsatz
kommen soll: die Handheld Universal Lunar Camera (HULC). NASA und Nikon
haben dazu eine Vereinbarung geschlossen, damit eine Kamera entwickelt wird,
die unter den extremen Bedingungen am Mond-Südpol arbeiten kann.
Besonders wichtig: In NASA-Unterlagen wird die Nikon
Z9 als Baseline-Hardware für die HULC genannt. Das heißt: Die
Mondkamera der Artemis-III-Astronauten basiert auf einer Nikon Z9, die für den
Einsatz in der harschen Mondumgebung angepasst wird. Dazu gehören laut
NASA-NTRS-Dokumenten unter anderem Modifikationen für Temperatur, Bedienbarkeit
und Schutz im Staub- und Lichtumfeld des Südpols.
Für Artemis III ist außerdem vorgesehen, dass jeder
Astronaut bei EVAs mit einer HULC ausgestattet wird. Zusätzlich soll jeder
Astronaut eine an der Raumanzugseinheit montierte Videokamera tragen. Laut
der entsprechenden Artemis-III-Studie sollen HULC-Bilder und Suit-Video sowohl
die wissenschaftliche Arbeit als auch Navigation, EVA-Überwachung und
Sicherheit unterstützen.
Das ist fotografisch wie historisch ein großer
Schritt: Während Apollo vor allem mit speziell angepassten Hasselblad-Systemen
verbunden wird, geht NASA für Artemis III bei der tragbaren Mondkamera auf eine
moderne spiegellose Plattform.
3. Was
fotografieren die Artemis-II-Astronauten überhaupt?
Auch ohne Landung ist Artemis II kein
„kameraloser“ Vorbeiflug. NASA erklärt, dass die Crew auf dem Flug um die
Mondrückseite geologische Strukturen wie Einschlagkrater und alte Lavaflüsse
analysieren und fotografieren soll. Die Bilder und Beobachtungen sollen
helfen, spätere Oberflächenmissionen besser vorzubereiten.
Damit bekommt die Fotografie bei Artemis II
bereits einen wissenschaftlichen Zweck: nicht nur Öffentlichkeitsarbeit,
sondern echte lunar science observations durch Menschen vor Ort. Genau
deshalb sind sowohl Crew-Kameras als auch Orion-Systemkameras für diese Mission
relevant.
4.
CLPS-Mondlander: Diese Wissenschaftskameras fliegen ebenfalls zum Mond
Neben Artemis schickt NASA im Rahmen von CLPS
(Commercial Lunar Payload Services) regelmäßig wissenschaftliche Nutzlasten
auf kommerziellen Mondlandern ins All. Für die Frage „Welche Kameras werden bei
künftigen NASA-Mondmissionen dabei sein?“ sind diese Missionen extrem wichtig,
weil hier mehrere spezialisierte Kamerasysteme bereits konkret benannt sind.
SCALPSS:
Kameras gegen das Staubproblem
Das wohl spannendste Beispiel ist SCALPSS
– Stereo Cameras for Lunar-Plume Surface Studies. Dieses System
untersucht, wie Triebwerksplumes beim Landen den Mondboden verändern. Bei Blue
Ghost Mission 1 hat SCALPSS 1.1 bereits Bilder geliefert; NASA spricht von vier
kurzbrennweitigen Kameras und insgesamt sechs Kameras, darunter zwei
Langbrennweitenkameras.
Für künftige Missionen ist entscheidend: Auf der
NASA-Seite zur CT-3/Blue Moon Mark 1 wird bestätigt, dass SCALPSS 1.x
auf diesem künftigen CLPS-Flug zum Mond-Südpol eingesetzt werden soll. Dort
beschreibt NASA das System als Array hochauflösender Kameras, das Fotos
und Videos der Oberfläche vor, während und nach dem Abstieg aufnimmt, um ein
3D-Bild der Oberfläche und Daten über den Regolith-Auswurf zu erzeugen.
Gerade für spätere bemannte Landungen ist das
enorm wichtig, denn Mondstaub ist nicht nur lästig, sondern ein
Sicherheitsrisiko für Lander, Infrastruktur und Astronauten. NASA entwickelt
SCALPSS deshalb ausdrücklich mit Blick auf zukünftige größere Mondlander und
nachhaltige Oberflächenoperationen weiter.
5. Blue Origin
Blue Moon Mark 1: Welche Kamera ist dort bestätigt?
Für den Blue Origin Blue Moon Mark 1-CLPS-Flug
ist auf NASA Science bereits bestätigt, dass zwei NASA-Nutzlasten zum
Mond-Südpol fliegen sollen. Eine davon ist SCALPSS 1.x. Die
Kamera-Nutzlast soll den Landeanflug und die Auswirkungen des Triebwerksstrahls
auf den Regolith detailliert erfassen.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Blue Moon
Mark 1 ein größerer Lander ist. NASA erwartet von SCALPSS 1.x auf diesem Flug
Daten bei deutlich höherem Schubniveau, also näher an jenen Bedingungen, die
für spätere größere Mondlandesysteme relevant sind.
6. Weitere
künftige Mondkameras: EMILIA-3D
Im Januar 2026 hat NASA neue Mond-Nutzlasten
angekündigt, darunter EMILIA-3D. Dieses Instrument soll dreidimensionale
thermische Modelle des Mondgeländes erzeugen und kombiniert dafür eine
Wärmebildkamera mit einem Stereopaar sichtbarer Kameras. Ziel ist ein
besseres Verständnis von Regolith, Temperaturverhalten und Navigation auf der
Mondoberfläche. NASA hat diese Nutzlast zwar noch keinem konkreten CLPS-Flug
zugeordnet, sie gehört aber klar zu den kommenden NASA-Mondkamerasystemen.
Für Beobachter aus der Foto- und Imaging-Welt ist
EMILIA-3D besonders spannend, weil hier klassische sichtbare Bildgebung und
Thermalimaging direkt zusammenarbeiten. Das zeigt sehr gut, wie breit NASA den
Begriff „Kamera“ inzwischen versteht: von der Reportagekamera bis zum
wissenschaftlichen 3D-Imager.
7. Welche
Kameras sind für kommende NASA-Mondmissionen also wirklich bestätigt?
Stand heute lassen sich die bestätigten oder
sehr klar dokumentierten Systeme so zusammenfassen:
Für Artemis II bestätigt bzw. dokumentiert:
Orion-Bordkameras, Solar-Array-Kameras, Kabinenkameras, externe Kameras,
Health-Monitoring-Kameras, Docking Camera, Optical Navigation Camera sowie zwei
Nikon D5 für Crew-Fotografie.
Für Artemis III bestätigt bzw. dokumentiert: HULC
als tragbare Mondkamera, mit Nikon Z9 als Baseline-Hardware, plus suit-mounted
video cameras an den EVA-Anzügen.
Für künftige CLPS-Missionen bestätigt: SCALPSS
1.x auf Blue Moon Mark 1 / CT-3; darüber hinaus ist EMILIA-3D
als kommende Mond-Imaging-Nutzlast ausgewählt, aber noch nicht öffentlich einer
konkreten Lieferung zugeordnet.
Fazit: NASA
nimmt nicht „die eine Mondkamera“ mit – sondern ein ganzes Kamera-Ökosystem
Wer sich fragt, welche Kameras die NASA künftig
zum Mond mitnimmt, sollte nicht nur an die Astronautenkamera denken.
Tatsächlich entsteht gerade ein ganzes Kamera-Ökosystem für den Mond:
Orion-Kameras für Flug und Navigation, Nikon-basierte HULC-Systeme für
Astronauten auf der Oberfläche, Anzugkameras für EVA-Video und
spezialisierte Wissenschaftskameras wie SCALPSS oder EMILIA-3D für
Regolith-, Landungs- und Geländeanalysen.
Für Fotografen ist besonders spannend, dass mit
der Nikon Z9 erstmals eine moderne spiegellose Vollformatkamera als
Grundlage für eine offizielle Artemis-Mondkamera genannt wird. Für
Raumfahrtfans ist ebenso wichtig, dass Kameras heute nicht mehr nur Bilder „für
die Öffentlichkeit“ liefern, sondern integraler Teil von Navigation, Sicherheit
und Wissenschaft sind.
FAQ
Welche
Nikon-Kamera fliegt mit Artemis III zum Mond?
Nach öffentlich zugänglichen NASA-Unterlagen
basiert die Handheld Universal Lunar Camera (HULC) für Artemis III auf
der Nikon Z9.
Hat Artemis II
schon eine Mondkamera für Astronauten an Bord?
Artemis II hat noch keine Mondlandung, aber die
Mission führt laut NASA zwei Nikon D5 DSLR-Kameras, Orion-Bordkameras,
eine Docking-Kamera und eine Optical-Navigation-Kamera mit.
Welche Kamera
untersucht Mondstaub beim Landen?
Das ist SCALPSS. Das System dokumentiert
mit mehreren Kameras, wie der Triebwerksstrahl beim Landeanflug den Regolith
aufwirbelt und verändert.
Gibt es auch
Wärmebildkameras für künftige NASA-Mondmissionen?
Ja. EMILIA-3D kombiniert laut NASA einen Thermal
Imager mit einem Stereo-Paar sichtbarer Kameras zur 3D-Modellierung
des Mondgeländes.
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