Die Nikon F Objektive bis heute: Die komplette Geschichte der legendären NIKKOR F-Mount-Linsen

 

 

Die Nikon F Objektive bis heute: Die komplette Geschichte der legendären NIKKOR F-Mount-Linsen

Die Geschichte der Nikon F Objektive ist eine der beeindruckendsten Kontinuitäten in der Fotografie. Als Nikon 1959 die erste Nikon F vorstellte, erschien nicht nur eine neue Profi-Spiegelreflexkamera, sondern gleichzeitig ein Objektivsystem, das die Fotowelt für Jahrzehnte prägen sollte: das Nikon F-Bajonett. Nikon selbst betont, dass dieses Bajonett seit der Einführung mit der Nikon F im Juni 1959 in seiner Grundstruktur erhalten blieb und damit eine außergewöhnlich lange Lebensdauer erreicht hat. Genau diese Kontinuität ist der Kern der F-Objektivgeschichte.

Wer heute über „Nikon F Objektive bis heute“ schreibt, meint deshalb mehr als nur alte Analoglinsen. Gemeint ist ein komplettes Ökosystem aus manuellen NIKKORs, AI- und AI-S-Objektiven, Autofokus-Generationen, Makro-, Shift-, Fisheye- und Teleobjektiven sowie den späten Profi-F-Mount-Linsen, die Nikon noch immer offiziell in seiner F-Mount-Übersicht führt. Zugleich sind diese Objektive heute nicht nur an klassischen Filmkameras und DSLRs relevant, sondern über den FTZ II-Adapter auch im Z-System angekommen. Nikon sagt ausdrücklich, dass der Adapter die nahtlose Weiterverwendung einer großen Vielfalt an NIKKOR-F-Objektiven an Nikon-Z-Kameras ermöglicht.

Warum Nikon F Objektive so besonders sind

Der wahre Grund für die Sonderstellung der Nikon-F-Objektive liegt in ihrer jahrzehntelangen Systemtreue. Während viele Hersteller ihre Bajonette im Laufe der Zeit komplett ersetzten, hielt Nikon am F-Mount fest und passte es Schritt für Schritt an neue Anforderungen wie Belichtungsmessung, Autofokus und Digitalisierung an. Nikon erklärt selbst, dass das F-Bajonett trotz technologischer Veränderungen wie Autofokus und Digitaltechnik in seiner Grundstruktur nicht verändert wurde. Dadurch entstand ein System, in dem alte und neue Objektive über ungewöhnlich lange Zeiträume miteinander verwandt blieben.

Für Fotografen hatte das enorme praktische Vorteile. Ein gutes NIKKOR war nicht nur eine Anschaffung für wenige Jahre, sondern oft für Jahrzehnte. Genau deshalb genießen Nikon-F-Objektive bis heute ein hohes Ansehen: Sie stehen für robuste Mechanik, klare optische Philosophie, breite Systemtiefe und eine über Generationen gewachsene Kompatibilität. Dass moderne DSLRs wie D780, D850 oder D6 weiterhin G-, E-, D-, AI-P- und sogar Non-CPU-AI-Objektive in weiten Teilen unterstützen, zeigt, wie stark dieses System bis zuletzt getragen wurde.

Der Anfang: Die ersten Nikon-F-Objektive ab 1959

Mit der Nikon F begann 1959 auch die Geschichte der ersten Objektive dieses Systems. In Nikons Chronik zur Nikon F wird deutlich, dass das neue Kamerasystem von Beginn an mit speziellen Objektiven gedacht war. Nikon erwähnt dort unter anderem frühe Weitwinkelkonstruktionen wie das W NIKKOR 35mm f/2.5 und sogar ein spezielles Unterwasserobjektiv, das U.W. NIKKOR 28mm f/3.5. Schon daran erkennt man: Nikon wollte nie nur einzelne Objektive verkaufen, sondern ein umfassendes professionelles System.

In den frühen Jahren dominierten klassische Nikkor Auto-Objektive. Ein besonders prägendes Beispiel war das Nikkor-S Auto 50mm f/1.4, das laut Nikon 1962 erschien und in der Nikon-F- und Nikon-F2-Ära zum populärsten NIKKOR-Objektiv wurde. Nikon nennt außerdem, dass dieses Objektiv 14 Jahre lang produziert wurde, bevor 1972 Mehrschichtvergütung und 1976 eine optische Überarbeitung kamen. Das zeigt exemplarisch, wie langlebig und evolutiv die frühen Nikon-F-Objektive gedacht waren.

Die Vor-AI-Zeit: Mechanische Klassiker mit Sammlerstatus

Die frühen F-Objektive aus der Zeit vor AI werden heute oft als Pre-AI oder Non-AI bezeichnet. Nikon selbst verwendet in historischen Rückblicken den Begriff „days before automatic maximum aperture indexing (AI)“ und verweist darauf, dass Nikon und NIKKOR Mitte der 1970er Jahre auf die AI-Ära zusteuerten. Diese frühe Generation war vor allem mechanisch geprägt, mit Blendenkupplung über den klassischen „Hasenohren“-Mitnehmer.

Für Sammler und Analogfotografen sind diese frühen Linsen bis heute faszinierend. Sie verkörpern die klassische Nikon-Haptik, das schwere Metallgehäuse und einen Stil optischer Konstruktion, der sich oft stärker an Charakter als an perfekte klinische Korrektur anlehnte. Gerade Standardobjektive, frühe Weitwinkel und klassische Telekonstruktionen der Nikon-F- und F2-Ära sind deshalb heute nicht nur Gebrauchsobjekte, sondern Kult. Dass Nikon viele dieser Konstruktionen über lange Zeit fortentwickelte statt radikal zu ersetzen, ist ein zentrales Motiv in der Geschichte der Nikon-F-Objektive.

Der große Wendepunkt 1977: AI-Objektive

Ein Schlüsselmoment in der Geschichte der Nikon-F-Objektive war das Jahr 1977. In mehreren Nikon-Rückblicken wird deutlich, dass 1977 die Zeit des Wechsels zu AI, also Automatic Maximum Aperture Indexing, war. Nikon beschreibt etwa das AI Nikkor 24mm f/2.8 ausdrücklich als Objektiv, das 1977 „about the same time the switch to AI was made“ erschien. Auch andere historische Objektivgeschichten auf Nikons Website verorten den Übergang in diese Phase.

AI war weit mehr als eine kleine mechanische Änderung. Für Fotografen bedeutete das System eine schnellere und direktere Kopplung zwischen Kamera und Objektiv bei der Belichtungsmessung. Gleichzeitig blieb Nikon dem F-Bajonett treu. Genau darin zeigt sich die typische Nikon-Strategie: kein harter Schnitt, sondern Weiterentwicklung innerhalb derselben Systemfamilie. Viele AI-Linsen wurden dadurch zum idealen Kompromiss aus klassischer Mechanik und verbesserter Praxistauglichkeit.

AI-S: Die Reifephase der manuellen Nikon-F-Objektive

Auf AI folgte AI-S, die wohl ausgereifteste Phase der manuellen Nikon-F-Objektive. Nikon beschreibt etwa das AI Zoom-NIKKOR 50-135mm f/3.5S als ein Objektiv, das 1982 bereits von Anfang an ein „so-called AI-S lens“ war. Zugleich betont Nikon in diesem Zusammenhang die kompaktere Bauweise und die gestiegenen Zoomfähigkeiten dieser Linie.

AI-S steht bis heute für die höchste Entwicklungsstufe manueller F-Mount-NIKKORE. Viele dieser Linsen sind unter Kennern legendär, weil sie präzise fokussieren, hervorragende Metallfassungen besitzen und optisch bis heute ernst genommen werden. Nikon verweist selbst darauf, dass einige AI-S-Objektive noch lange im Sortiment blieben. In der Geschichte des AI Nikkor 28mm f/2.8S heißt es sogar ausdrücklich, dass Nikon „even now“ einige AI-S-NIKKORs im Programm hielt, obwohl Autofokus längst die Norm war.

Legendäre AI- und AI-S-Objektive

Einige AI- und AI-S-Linsen ragen historisch besonders heraus. Das AI Nikkor 24mm f/2.8 gilt laut Nikon als Beginn einer neuen Generation von Weitwinkeln mit Nahbereichskorrektur. Nikon beschreibt, dass das Objektiv 1977 erschien, 1981 als AI Nikkor 24mm f/2.8S neu aufgelegt wurde, 1986 als AF-Version und 1993 als D-Version wiederkehrte. Die Konstruktion lebte also über viele Generationen hinweg weiter.

Ähnlich ikonisch ist das AI Nikkor 28mm f/2.8S, das Nikon wegen seiner kurzen Naheinstellgrenze und hohen Praxistauglichkeit hervorhebt. Dass Nikon diese Linse selbst in modernen Rückblicken noch als besonders beliebt und fachlich interessant behandelt, zeigt ihren Rang innerhalb der F-Geschichte. Auch das AI Nikkor 35mm f/2S wird von Nikon als langlebige und wichtige Linie der schnellen Weitwinkel für die Nikon F beschrieben.

Die ersten Autofokus-NIKKORs: F3AF und die frühen AF-Linsen

Autofokus kam bei Nikon nicht von heute auf morgen, sondern in mehreren Schritten. Ein früher Meilenstein war laut Nikon die F3AF von 1983. In der Geschichte zum AI AF Nikkor 80mm f/2.8S beschreibt Nikon, dass im April 1983 die F3 für ein AF-System umgestaltet wurde und gleichzeitig das AI AF Nikkor 80mm f/2.8S sowie das AI AF Nikkor ED 200mm f/3.5S erschienen. Nikon nennt diese Objektive einen Grundstein der späteren AF-NIKKOR-Welt.

Diese frühen AF-Objektive sind historisch besonders spannend, weil sie den Moment markieren, in dem Nikon begann, Elektronik und Motorik als festen Bestandteil von Objektiventwicklung zu sehen. Nikon formuliert das in der genannten Quelle sehr deutlich: Neben Glas und Mechanik wurden nun elektrische Schaltungen und Motoren zu essenziellen Bestandteilen moderner Wechselobjektive. Damit begann die langsame Transformation der Nikon-F-Objektive vom rein mechanischen Präzisionswerkzeug zur komplexen elektro-optischen Einheit.

1986 und danach: Der breite Einstieg in den Autofokus

Der eigentliche breite AF-Durchbruch kam bei Nikon 1986 mit dem neuen AF-System rund um die Nikon F-501. Nikon nennt in einem Entwicklungsrückblick das Ai AF Zoom Nikkor 24-50mm F3.3-4.5S ausdrücklich als Objektiv für die neue AF-Generation und als erstes Weitwinkel-AF-Zoom dieses Systems. Ebenso verweist Nikon an anderer Stelle darauf, dass das F-501-Kit mit dem AI AF Zoom-Nikkor 35-70mm f/3.3-4.5S für die Etablierung des Kit-Zoom-Gedankens im AF-Zeitalter wichtig war.

Ab diesem Punkt wurden AF-NIKKORs zum Rückgrat des Nikon-F-Systems. Viele Festbrennweiten und Zooms erschienen in AF-Versionen, oft zunächst mit kameraseitigem Fokusmotor. Die große Stärke des Systems blieb dabei erhalten: Nikon versuchte, neue Technik einzuführen, ohne die historische Linie des Bajonetts zu kappen. Deshalb ist die Nikon-F-Objektivgeschichte immer auch eine Geschichte kontrollierter Evolution.

AF-D: Distanzinformation für modernere Belichtung

Mit den D-Typ-Objektiven kam eine weitere wichtige Stufe. Im Nikon-Lens-Glossary heißt es, dass alle AF-Linsen sowie PC- und PC-E-Linsen Distanzinformationen an die Kamera übertragen können, was für präzisere Belichtungsfunktionen wie 3D Color Matrix Metering und i-TTL Balanced Fill-Flash genutzt wird. In der Nikon-F4-Chronik wird außerdem hervorgehoben, dass bestimmte 3D-Mess- und Blitzfunktionen in Verbindung mit D type lens möglich wurden.

AF-D-Linsen stehen deshalb für den Moment, in dem Nikon seine F-Objektive stärker in ein intelligentes Kamerasystem integrierte. Das Objektiv lieferte nun nicht mehr nur Brennweite und Blende, sondern auch Entfernungsdaten für die Belichtungs- und Blitzsteuerung. Für Porträt-, Event- und Reportagefotografen war das ein echter Fortschritt.

AF-S: Der Schritt zum Motor im Objektiv

Ein weiterer Wendepunkt war AF-S. Nikon beschreibt das AI AF-S Zoom-Nikkor 80-200mm f/2.8D IF-ED als das erste „AF-S“-NIKKOR und erklärt zugleich, dass AF-S für Linsen mit Nikons eigenem Silent Wave Motor steht. Dieses Objektiv erschien laut Nikon im Dezember 1998. Nikon ordnet es zeitlich direkt an der Schwelle zum digitalen Zeitalter ein.

Mit AF-S wurden Nikon-F-Objektive spürbar schneller, leiser und für professionelle Anforderungen noch besser geeignet. Gerade lichtstarke Telezooms und Superteleobjektive profitierten enorm. Nikon zeigt in diesem Rückblick auch, wie stark die 80–200mm-f/2.8-Linie die spätere 70–200mm-Klasse vorbereitete. Damit wurde AF-S zu einer der wichtigsten Technologien der späten F-Mount-Ära.

G- und E-Objektive: Die späte Reife des F-Systems

In der späten DSLR-Zeit tauchen in der Nikon-F-Welt vor allem G- und E-Objektive auf. Im offiziellen Nikon-Lens-Glossary heißt es, dass G-type F-mount lenses keine Blendenringe besitzen und die Blende stattdessen über die Kamera eingestellt wird. Das war ein typisches Merkmal modernerer Nikon-F-Objektive und ein sichtbares Zeichen dafür, dass das System stärker auf elektronische Kamerasteuerung ausgerichtet wurde.

Aktuelle Nikon-DSLR-Spezifikationen zeigen, wie zentral diese Typen in der Endphase des F-Systems waren. Nikon nennt bei D6, D850 und D780 ausdrücklich die Unterstützung von G-, E- und D-Typen sowie weiterer AF-NIKKORs. Damit ist klar: Die späte F-Mount-Welt war keineswegs nur nostalgisch, sondern technisch hochentwickelt und bis zuletzt systematisch gepflegt.

Spezialisierung: Micro, PC, Fisheye, PF und Telekonverter

Ein großer Teil des Erfolgs der Nikon-F-Objektive liegt in der enormen Spezialisierung des Systems. In der aktuellen F-Mount-Lens-Lineup führt Nikon nicht nur Zooms und klassische Festbrennweiten, sondern auch Micro-NIKKOR, Fisheye, PC/PC-E und Teleconverter. Genannt werden dort unter anderem das AF-S Micro NIKKOR 60mm f/2.8G ED, das AF-S Fisheye NIKKOR 8-15mm f/3.5-4.5E ED, das PC NIKKOR 19mm f/4E ED und die Telekonverter TC-14E III sowie TC-20E III.

Gerade diese Spezialkategorien zeigen, dass das F-System nie nur für Standardfotografie gedacht war. Architektur, Repro, Makro, Wissenschaft, Naturfotografie und Action wurden mit eigenen Werkzeugen bedient. Nikon dokumentiert etwa beim TC-20E III, dass er die Brennweite eines kompatiblen Objektivs verdoppelt und dabei für anspruchsvolle FX-Nutzer entwickelt wurde. Das unterstreicht den professionellen Charakter der F-Objektivwelt bis in ihre jüngsten Ausbaustufen.

Die heutigen Nikon-F-Objektive: Was Nikon offiziell noch führt

Wer sich fragt, was von den Nikon-F-Objektiven heute noch offiziell sichtbar ist, bekommt auf Nikons F-Mount-Lens-Seite eine klare Antwort. Dort listet Nikon weiterhin ein beachtliches Sortiment an F-Mount-Linsen, aufgeteilt in Zoom, Prime, Special-Purpose und Teleconverters. In der Übersicht erscheinen unter anderem moderne Klassiker wie das AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8E ED VR, das AF-S NIKKOR 70-200mm f/2.8E FL ED VR, das AF-S NIKKOR 105mm f/1.4E ED, das AF-S NIKKOR 300mm f/4E PF ED VR oder das AF-S NIKKOR 500mm f/5.6E PF ED VR.

Auffällig ist dabei, dass die heutige offizielle F-Mount-Liste stark auf hochwertige Vollformatobjektive und einige bewährte DX-Modelle fokussiert ist. Nikon zeigt außerdem, dass Spezialoptiken und Telekonverter weiter Teil des Systems sind. Das bedeutet: Die Nikon-F-Objektive leben offiziell nicht mehr als wachsende Hauptplattform, aber als weiterhin dokumentierte und nutzbare Produktfamilie sehr wohl weiter.

Nikon F Objektive im Z-Zeitalter

Der vielleicht wichtigste Punkt für die Gegenwart ist die Verbindung zwischen F und Z. Nikon erklärt auf der FTZ-II-Produktseite ausdrücklich, dass der Adapter die Weiterverwendung vieler NIKKOR-F-Objektive an Nikon-Z-Kameras ermöglicht. Nikon nennt sogar konkrete Kompatibilitätsgrößen: AE-Betrieb mit ungefähr 360 Typen von NIKKOR-F-Objektiven ab AI-Typ und AF/AE mit 94 Typen von AF-P-, AF-S- und AF-I-Objektiven. Zudem sei die Bildqualität sowie AE/AF-Leistung äquivalent zur Nutzung eines NIKKOR-F-Objektivs an einer DSLR.

Das ist für die Bewertung „bis heute“ entscheidend. Die Nikon-F-Objektive sind nicht einfach eine abgeschlossene Vergangenheit, sondern ein aktiv weitergenutztes Erbe. Nikon selbst zeigt in neueren Objektivartikeln Beispielbilder, die mit historischen F-Mount-Linsen an einer Z 7 + FTZ aufgenommen wurden, etwa beim Rückblick auf das Ai AF Zoom Nikkor 24-50mm F3.3-4.5S mit Aufnahmen aus dem März 2024. Dadurch wird sichtbar, dass Nikon seine F-Objektive nicht nur archiviert, sondern als weiterhin fotografisch relevante Werkzeuge versteht.

Welche Nikon-F-Objektive heute besonders gefragt sind

Aus heutiger Sicht lassen sich Nikon-F-Objektive grob in vier Gruppen einteilen. Erstens die klassischen manuellen AI- und AI-S-Linsen, die wegen Haptik, mechanischer Qualität und oft sehr charaktervoller Bildwirkung gesucht sind. Zweitens die AF- und AF-D-Festbrennweiten, die für Film, DSLR und teils auch Z-Nutzung per Adapter interessant bleiben. Drittens die AF-S-Profiobjektive, vor allem 24–70mm, 70–200mm und die großen Teleobjektive. Viertens die Spezialoptiken wie Micro, PC-E und PF-Teles, die in vielen Bereichen bis heute ihren praktischen Wert behalten haben. Diese Einteilung ist eine sachliche Zusammenfassung der von Nikon bis heute offiziell geführten F-Mount-Kategorien und Kompatibilitäten.

Besonders spannend ist, dass manche optischen Konzepte über Jahrzehnte hinweg fortlebten. Nikon zeigt das exemplarisch am 24mm-f/2.8, dessen Grundidee von der AI-Version über AI-S und AF bis zur D-Version weitergetragen wurde. Gerade daran sieht man, wie Nikon in der F-Objektivwelt oft nicht in völligen Brüchen, sondern in Generationen derselben erfolgreichen Idee dachte.

Für wen sind Nikon-F-Objektive heute noch sinnvoll?

Nikon-F-Objektive sind heute vor allem für drei Gruppen interessant. Erstens für Analoge Fotografen, die eine Nikon F, F2, F3, FM, FE oder F6 nutzen und klassische Objektive authentisch einsetzen möchten. Zweitens für DSLR-Fotografen, die mit D7500, D780, D850 oder D6 arbeiten und die hohe Reife des Systems schätzen. Drittens für Z-Nutzer, die einen vorhandenen F-Objektivbestand nicht aufgeben möchten. Nikon bestätigt für aktuelle DSLRs und den FTZ-II-Adapter genau diese breite Nutzbarkeit des F-Systems.

Weniger sinnvoll ist ein kompletter Neueinstieg ins F-System meist dann, wenn jemand ganz neu bei Nikon startet und langfristig nur spiegellos investieren möchte. Die offizielle Produktlandschaft zeigt klar, dass Nikon heute sowohl Z- als auch F-Mount führt, der Innovationsschub aber sichtbar im Z-System liegt. Dennoch bleibt F durch den enormen Objektivbestand und die Adapterfähigkeit außergewöhnlich wertstabil in seiner praktischen Relevanz.

Fazit: Die Nikon-F-Objektive leben weiter

Die Geschichte der Nikon F Objektive bis heute ist eine Geschichte technischer Kontinuität. Seit 1959 begleitet das F-Bajonett Generationen von NIKKOR-Linsen, von frühen Nikkor-Auto-Klassikern über AI und AI-S bis zu AF-, AF-D-, AF-S-, G- und E-Objektiven. Nikon selbst dokumentiert diese Entwicklung nicht nur historisch, sondern auch ganz praktisch: mit einer weiterhin sichtbaren F-Mount-Produktübersicht, DSLR-Kompatibilitäten und dem FTZ-II-Adapter als Brücke in die Gegenwart.

Gerade deshalb sind Nikon-F-Objektive auch heute noch relevant. Sie sind Sammlerstücke, Arbeitswerkzeuge, Adapter-Schätze und ein lebendiges Stück Fotogeschichte zugleich. Wer Nikon verstehen will, muss die Geschichte der F-Objektive verstehen. Denn in kaum einem anderen System lässt sich so gut beobachten, wie ein Hersteller über Jahrzehnte hinweg Tradition und technische Weiterentwicklung miteinander verbunden hat.

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